Pressemitteilung

Hamburg, 18. Mai 2018


Große Koalition des Antirassismus: 200 Gruppen und Initiativen rufen zur Parade gegen Rassismus und Abschiebungen in Hamburg auf


Auch im Jahr 2018 sterben Menschen im Mittelmeer, leben unter unmenschlichen Bedingungen in Camps und sind zunehmend mit rassistischer Gewalt konfrontiert. Dagegen und für eine Politik der Solidarität steht das Netzwerk We‘ll Come United. Im heute veröffentlichten Aufruf zu einer bundesweiten Parade am 29. September 2018 in Hamburg positioniert sich das Netzwerk unter dem Motto “United against racism” gegen den rassistischen Irrsinn auf den Straßen und in den Parlamenten, gegen eine sich einmauernde Gesellschaft und gegen die Politik der Ausgrenzung.

200 Organisationen, Initiativen, Cafés und Clubs, Vereine, Kulturinstitutionen, selbstorganisierte Migrant*innengruppen, Willkommensinitiativen, Künstler*innenkollektive und NGOs gehören zu den Erstunterzeichner*innen. Darunter Lampedusa in Hamburg und Jugendliche ohne Grenzen, das Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland, mehrere Flüchtlingsräte, das Tribunal “NSU-Komplex auflösen”, die Seenotrettungsorganisationen Sea-Watch und Jugend rettet, die NGO medico international, die Fußballclubs FC St. Pauli und SV Babelsberg 03 und das Hamburger Theater Kampnagel – Zentrum für schönere Künste.

“Das Problem in ganz Europa heißt nicht Migration, das Problem heißt Rassismus” so Newroz Duman, Sprecherin des Netzwerks We’ll Come United. “Allein in den letzten Wochen zieht sich ein roter Faden des Rassismus durch die Öffentlichkeit, der von der AfD über Christian Lindner, vom medialen Spektakel zu Ellwangen bis zur Neuregelung des Familiennachzugs reicht. Wir werden uns an diesem rechten Diskurs nicht beteiligen. Wir lassen uns nicht in ‘gute’ und ‘schlechte’ Migrant*innen spalten. Wir stehen auf der Seite all jener, die der täglichen Hetze, dem Grenzregime und der Entrechtung ausgesetzt sind und sich dagegen wehren. Je mehr Abschiebungen verhindert werden, desto besser.”

Die Parade in Hamburg soll die Stärke und Vielfältigkeit der antirassistischen Bewegung zeigen, die zu oft unsichtbar bleibt. “Ob auf dem Mittelmeer, im Kampf gegen Abschiebungen oder in der Willkommensinitiative: Die gelebte Solidarität von Unzähligen ist die praktische Antwort auf den alten und neuen Rassismus”, so Duman. Seit Monaten sind Aktivist*innen im Rahmen einer “Swarming”-Tour unterwegs. Sie besuchen Lager und abgeschiedene Unterkünfte von Geflüchteten, um die Menschen in ihren täglichen Auseinandersetzungen zu stärken. Am vergangenen Wochenende kamen vom 10.-13. Mai in Göttingen mehrere Netzwerke aus Bewegung und Wissenschaft zu einer „Großen Koalition des Antirassismus“ zusammen.

“Wir sind viele – und sogar viel mehr als wir denken. Es ist Zeit für eine antirassistische Offensive”, so Duman abschließend.

‘We‘ll Come United’ ist ein bundesweites Netzwerk aus Gruppen und Personen, die sich sozial, antirassistisch, kulturell und politisch engagieren. Es ist eine Koalition aus Refugees und Supporter*innen, aus Wissenschaftler*innen, Lehrer*innen, aus Nachbar*innen, aus Menschen aller Altersgruppen und aus verschiedensten Bereichen der Gesellschaft. Im September 2017 fand in Berlin die erste We’ll Come United-Parade statt: Vielfältig, laut und bunt hat der antirassistische Zusammenschluss kurz vor der Bundestagswahl auf Berlins Straßen ein Zeichen gesetzt. Seitdem hat sich das Netzwerk um viele Gruppen und Menschen erweitert, um dieses Jahr in Hamburg als Demo, als Karneval, als Parade mit Musik und Performance gelebten Antirassismus und Solidarität sichtbar zu machen.

Weitere Informationen:


Bei Rückfragen stehen wir per E-Mail oder telefonisch zur Verfügung.



Stimmen von Erstunterzeichner*innen:

“Das Mittelmeer ist immer noch die tödlichste Grenze der Welt, die humanitäre Krise keineswegs vorbei. Europas Versuch, Migration mit allen Mitteln zu stoppen, muss endlich ein Ende haben. Statt Menschen auf der Flucht ungeheures Leid zuzufügen, ihnen ihre Grundrechte zu verweigern und zivile Seenotrettung zu kriminalisieren, müssen wir endlich menschenwürdige Einreisewege schaffen!“
Johannes Bayer, Vorstand Sea-Watch e.V.

“Seit 1,5 Jahren finden jetzt Sammelabschiebungen nach Afghanistan statt, obwohl alle wissen, dass dies ein Verbrechen an der Menschlichkeit ist. Wir brauchen ein starke Verbindung von den Lagern in die Bevölkerung, um entschlossen gegen Abschiebungen nach Afghanistan und in alle anderen Länder zu kämpfen.”
Nabi Ghorbani, Afghanischer Aufschrei Düsseldorf

“Die aktuellen antirassistischen Kämpfe schließen auch die Roma-Bleiberechtskämpfe mit ein – deren Geschichte tief mit Deutschland verbunden ist. Deutschland im Nationalsozialismus: das hieß Deportation und Verfolgung der Roma in Nord-West- und Südosteuropa. Rassismus betrifft Roma in der Geschichte und in der Gegenwart. Heute fliehen Roma nach wie vor, zum Teil in vielfacher Wiederholung, vor Rassismus und Ausgrenzung. Daher ist die Solidarität mit Roma ein Kampf gegen politische und soziale Ausgrenzung – überall.”
Kenan Emini, alle bleiben!

“Beim Kampf gegen Rassismus reden wir nicht von einem Austreibungsritual, das zeitlich begrenzt ist, sondern von einem jahrhundertealten Phänomen. Derzeit macht es sich wieder breit in der Mitte der Gesellschaft. Dies wollen und können wir als Humanisten nicht zulassen!”
Diana Henniges, Moabit Hilft e.V.

“Ich unterstütze das Netzwerk We’ll Come United, weil es ein starkes Zeichen für die Kraft der Solidarität ist.” Cornelia Kerth, Bundesvorsitzende VVN-BdA

“Rassismus darf gerade in Deutschland nicht mehr salonfähig werden. Dafür muss er aufgedeckt, benannt und entschlossen debattiert werden. Die Parade ist eine großartige Initiative des Netzwerks We’ll Come United. Lasst uns alle hingehen und eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung feiern!”
Amelie Deuflhard, Intendantin Kampnagel – Zentrum für schönere Künste / Center for finer arts

“Angesichts der sich verschärfenden und immer rassistischer werdenden Diskurse wird die Solidarisierung von anti-rassistschen Gruppen, Initiativen und Individuen immer dringlicher. Die Erfahrungen der Menschen, die von diesen Diskursen unmittelbar negativ betroffen sind, müssen dabei im Zentrum stehen. Dies ist bei der We’ll Come United Kampagne der Fall und deshalb wird sie von der ISD unterstützt.”
Tahir Della, Vorstand Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V.

“In den aktuellen Zeiten gilt es voranzugehen und Werte wie Toleranz und Offenheit nicht nur zur propagieren, sondern auch tatkräftig voranzutreiben. Das tut das Bündnis „Welcome United“ und deswegen unterstützt der FC St. Pauli den Aufruf zur antirassistischen Parade am 29.9. in Hamburg mit aller Kraft.”
Christiane Hollander, Vize-Präsidentin FC St. Pauli

We`ll Come United Newsletter #2 – 1. Mai 2018

Liebe Freundinnen und Freunde,

wenn wir uns bewegen, bewegt sich die Welt. Und es bewegt sich was, versprochen!

Die ersten Flyer und Plakate können bestellt werden und die Route für die Parade ist bereits angemeldet: Der 29. September 2018 in Hamburg steht als großer gemeinsamer Tag unserer antirassistischen Mobilisierung. Ihr könnt die Busse buchen, den Urlaub einreichen und alle anrufen. UNITED AGAINST RACISM – es wird großartig!

Gleichzeitig sind wir dezentral längst am Ausschwärmen. Es finden vielerorts Veranstaltungen und Treffen statt, gleichzeitig entstehen vielfältige Materialien in dutzenden Sprachen, die ab sofort oder demnächst in unserem „Swarming-Office” in Berlin (siehe unten) bestellt werden können.

„Für eine große Koalition des Antirassismus“ lautet der Titel der Konferenz, zu der wir vom 10. bis 13. Mai zusammen mit anderen Netzwerken nach Göttingen einladen. Die ersten beiden Tage nutzen wir für den  Vorbereitungsprozess von We`ll Come United. Freitag Abend geht es dann los mit einem gemeinsamen, vielfältigen Programm unserer Netzwerke.

Vom 5. bis 8. Juli organisiert We`ll Come United ein Summercamp in Brandenburg. Dort wollen wir einen weiteren Raum für einen intensiven Erfahrungsaustausch schaffen und nochmal gemeinsam Anlauf nehmen für eine kräftige Sommermobilisierung der dann folgenden 10 Wochen bis Ende September.

In diesem Sinne: Keine Atempause! United against Racism!

Parade 2018 – Jetzt Aufruf unterzeichnen

Der Aufruf für unsere diesjährige Mobilisierung ist fertig und kann noch bis zum 10. Mai mit einer Mail an mail@welcome-united.org unterzeichnet werden. Die deutsche Version findet ihr hier, die englische hier.

Aus dem Aufruf:
Der 29. September 2018 ist schon jetzt der schönste Tag des Jahres. Er wird unser Tag. Wir sind viele, wir sind verschieden und wir kämpfen jeden Tag vor unserer Haustür. Im September kommen wir alle zusammen. Wir kommen nach Hamburg, mit Autos, Zügen und Bussen. Aus Dörfern und Städten, aus Lagern und Camps, von Willkommensinitiativen und Hilfsorganisationen, von

Baustellen, Schulen und Unis. Mit Lautsprecherwägen, Performances, Texten, Musik und Karneval verjagen wir die Kälte, den Rassismus, die Herzlosigkeit aus den Straßen der Stadt. Gemeinsam zeichnen wir ein Bild auf der Straße: das Bild unserer Freundschaft, das Bild eines solidarischen, vielfältigen und angstfreien Lebens. Wenn wir uns bewegen, bewegt sich die Welt!“


Hamburg: Route steht, Treffen laufen, Druckmaschinen sind angeschmissen

Für Samstag, den 29.9.18, wurde nun extra frühzeitig eine Route für die Parade angemeldet, die ein Optimum an Öffentlichkeit bietet und gleichzeitig möglichst viel lokale Beteiligung und Unterstützung ermöglicht. Wir starten von mehreren Orten in der Stadt, um uns in der Nähe des Hafens zu treffen – den Rest verraten wir, wenn es soweit ist. In monatlichen Treffen entsteht zur Zeit ein aktives Aktionsbündnis, das eine breite Mobilisierung in Gang bringen will. Und die Hamburger Version vom Swarming läuft: mit Aktionen von

Women in Action, Lampedusa in Hamburg u.a. – gegen Racial Profiling, für Wohnungen statt Camps (z.B. beim „Mieten-Move“ von Recht auf Stadt am 2. Juni), gegen Abschiebungen und für solidarische Konzepte wie »Bürgerasyl” und “Urban Citizenship« (zb. im Arrivati-Park am 7. Juli,) – für eine solidarische Stadt, mit gleichen Rechten für alle (zb. beim Solidarity-Festival auf der Veddel in den beiden Wochen vor der Parade)!

Wer mitmachen will: Das nächste Treffen in Hamburg mit allen AGs – und allen, die mitmachen wollen – findet statt am Donnerstag, den 17.5., 19 Uhr, Kölibri! – kommt vorbei und/oder kontaktiert uns unter hamburg@welcome-united.org


Swarming-Office: für die Zirkulation der Kämpfe

Um unterschiedliche Materialien der gegenseitigen Ermutigung und des Austauschs auch offline verfügbar zu machen, wird demnächst ein „Swarming-Office“ in Berlin eröffnet. Von Hinweisen für die Seenotrettung bis zu Praktiken der Solidarity Cities, von Flyern gegen Dublin-Rückführungen bis zu „Informationen gegen die Angst“ vor Abschiebungen nach Afghanistan, Pakistan oder Äthiopien: Hier können gedruckte Ratgeber und Broschüren in verschiedenen Sprachen bestellt werden. Eine erste Materialliste ist auf unserer Webseite zu finden und alle sind aufgefordert und eingeladen, mit weiteren Informationen oder auch weiteren Übersetzungen beizutragen und

damit bei der Zirkulation der Erfahrungen gegen die Ausgrenzungspolitik mitzuwirken.

Mit dem Austausch über die lokalen Alltagskämpfe haben wir bereits begonnen, Veranstaltungen und Treffen haben schon in verschiedenen Orten stattgefunden. Meldet Euch gerne auch, wenn Ihr „Besuch“ wollt, also jemanden aus dem Vorbereitungskreis zu einem lokalen

Treffen oder einer Veranstaltung in Eurer Stadt oder in Eurer Community einladen wollt.

Direktkontakt: swarming@welcome-united.org


Göttingen: Bundesweites We’ll Come United-Meeting und große antirassistische Konferenz

Der Donnerstag, 10. Mai, ist ein Feiertag und daraus machen wir eine langes Wochenende des Antirassismus in Göttingen. We`ll Come United beginnt mit einem eigenen Netzwerktreffen (Programm hier) im Haus der Kulturen (Wegbeschreibung hier) bereits am frühen Donnerstag Nachmittag. Ab Freitag Mittag werden wir mit dem Netzwerk Solidarity City in Workshops u.a. über den Kampf gegen Abschiebungen und Erfahrungen der Selbstorganisation diskutieren. Und am Freitag Abend beginnt dann mit einem gemeinsamem Podium in der Göttinger Universität die Konferenz mit kritnet und dem Gesprächskreis Migration der Rosa Luxemburg Stiftung.
Das umfangreiche Programm mit Vorträgen, vielen Workshops und Theater sowie der Möglichkeit zur Anmeldung findet sich hier: https://16.kritnet.org
Für beides, für das Netzwerktreffen sowie für die Konferenz, wird dringend um Anmeldung gebeten: Registrierung.


We’ll Come United-Sommercamp vom 5.-8. Juli in Brandenburg

Wir haben einen guten Ort gefunden. Das Camp findet auf dem Gelände von KuBiB e.V., der „Quecke“ in Falkenberg statt. Es wird vielfältige Treffen- und Arbeitsräume geben, auch für spontane kreative Ideen. Workshops, Beratung, Konzerte, Theater, eine Bastelwerkstatt, ein Café u.v.m. sind in Planung. Wir nehmen uns mehrere Tage Zeit um zu diskutieren, gemeinsam Strategien zu entwickeln und handfeste Materialien zu erstellen. Wir wollen darüber hinaus zusammen kochen, Kaffee trinken, Musik machen, tanzen und eine gute Zeit haben.

Kontakt und Anmeldung für das Sommercamp: welcomeunitedsummerschool@gmail.com oder Whats app: 015171872272

28.4. in Leipzig: Regionale Parade and Diskussion mit We`ll Come United für Bewegungsfreiheit

 

Bewegungsfreiheit – schon seit langem beschäftigt uns die Frage, wie unser Leben ohne die europäische Außengrenze aussähe. Von Kamerun bis Marokko, von Tunesien bis Mali. Viele junge Menschen aus diesen Ländern machen sich auf den Weg nach Europa.Ihr Weg ist lang, kostet viel Zeit, Geld und manche zahlen dafür mit ihrem Leben.

Wir als Nord- und Westafrikaner_innen sind durch die Kolonialzeit mit Europa verbunden. Die gemeinsame Geschichte ist auch ein Grund dafür, dass sich so viele junge Afrikanerinnen auf den Weg hierher machen. Vielleicht
sind sie neugierig. Wie sieht es in Europa aus? Was ist da auf der anderen Seite des Mittelmeers? Ohne die EU-Außengrenze könnten diese jungen Menschen auf eine kleine Entdeckungsreise gehen, in Europa eine Ausbildung
machen oder etwas Geld verdienen, dann aber wieder in ihre Heimat zurückkehren.Denn es ist doch klar: Ohne die EU Außengrenze wäre die illegale Einreise gar nicht nötig.

Wenn die Leute ohne Probleme zwischen Afrika und Europa hin- und herpendeln könnten, würden sie nicht zu Kriminellen und Betrügern gemacht werden, so bald sie die Grenzen übertreten. Asyl ist für Menschen, die politisch verfolgt werden oder deren Leben in Gefahr ist. Aber es muss auch andere legale Einreise und Einwanderungsmöglichkeit für alle anderen geben.

Darüber möchten wir mit euch diskutieren.

Kommt am 28. April nach Leipzig! Denkt gemeinsam mit uns nach. Wir starten mit einerKundgebung am Hauptbahnhof Leipzig um 14 Uhr. Danach möchten wir gemeinsam eine kleine bunte Parade für Bewegungsfreiheit veranstalten. Wir ziehen dafür vom Hauptbahnhof bis zur Eisenbahnstraße, wo wir im Ost-Passage Theater den Abend verbringen mit einer Podiumsdiskussion, Theater, Musik und Tanz!

Mit solidarischen Grüßen

 

We’ll Come United – Newsletter
28. März 2018

Liebe Freundinnen und Freunde

Wir Ihr sicher schon alle wisst, hat das Netzwerk We`ll Come United eine neue Mobilisierung für 2018 gestartet.

Unser gemeinsamer Zielpunkt ist eine – im Vergleich zum letzten Jahr – hoffentlich noch größere Parade am 29. September auf den Strassen von Hamburg.
Der gemeinsame Aufruf wird im  April fertig werden, doch wir haben bereits mit dem begonnen, was wir „Swarming“ nennen: Städte, Communities und Camps zu besuchen, die bisher kaum oder gar nicht an We`ll Come United beteiligt waren – und dort in Kontakt und Austausch zu kommen über alltägliche Kämpfe, Kämpfe  gegen Abschiebung und Ausgrenzung.
Schließlich möchten wir Euch, alle Interessierten, einladen zur „Konferenz der Großen Koalition des Antirassismus“, die vom 10. bis 13. Mai in Göttingen stattfinden wird und an der wir mit We`ll Come United beteiligt sind.
Spätestens Ende April wird es erste Materialien wie Flyer und Poster für We`ll Come United 2018 geben, und wer schon bestellen oder sonst wie mitwirken möchte, bitte gerne bei uns melden. Alle Hände und Köpfe werden gebraucht, lets get together!
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Am 29.9.2018 – alle nach Hamburg!

Lampedusa in Hamburg gibt es jetzt seit 5 Jahren. Women in Action und andere Initiativen organisieren sich. Es gibt eine lange Geschichte von Kämpfen. Hier lebt die größte afghanische Community Europas, hier haben über 50 % der Kinder mindestens ein Elternteil, dessen Familie eingewandert ist. Hier leben tausende Menschen in Camps statt in Wohnungen – und wehren sich. Mit Recht auf Stadt – Never mind the Papers, mit der Urban Citizenship Card, gegen Abschiebungen und für gleiche Rechte für alle. Hier war der “Gipfel der Solidarität« während des G20-Treffens – und hier gibt’s den Platz, die Strukturen und das Bedürfnis … Das sind ein paar der Gründe, warum beim bundesweiten We`ll Come United-Treffen in Kassel gemeinsam beschlossen wurde, die Parade 2018 in Hamburg zu machen! Jetzt, Mitte März, kamen schon über 100 Aktive aus verschiedenen Communities, Gruppen und Freundeskreisen zusammen, um in die Planungsphase zu starten, ein großer Fußballclub und mehrere Theater wollen die Mobilisierung unterstützen, Hamburg is on the Move! Wer mitmachen und zu nächsten Hamburger Treffen eingeladen werden will, bitte direkt folgende Adresse kontaktieren: hamburg@welcome-united.org

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We’ll Come United on Tour: „Swarming“ und die Zirkulation der Alltagskämpfe

Während der Termin für die nächste Parade gerade festgelegt war und die ersten Flyer für die Parade noch nicht gedruckt, ging die Mobilisierung bereits los. Ausgeschwärmt wurde in erste kleine und große Orte in Brandenburg, Bayern und Hessen. We’ll Come United soll zu einem lebendigen Prozess der gegenseitigen Ermutigung und Ermächtigung gemacht werden. In diversen Diskussionen und Austauschrunden, mit Ausstellungen und Filmausschnitten über unsere täglichen Kämpfe wollen wir zur Verbreitung von Widerstandserfahrungen beitragen – gegen Abschiebungen, für Bewegungsfreiheit und gleiche soziale Rechte. Unterschiedliche gemischte Teams haben Materialien zu verschiedene Kämpfen vorbereitet. Gegen die Dublin-Abschiebungen innerhalb Europas, Bleibistan und Bürgerasyl gegen Abschiebungen nach Afghanistan, Materialien zu den neuen alten Deals der Rückübernahmeabkommen, aktuell mit Pakistan und Äthiopien, wie die Isolation in den Lagern durchbrechen, Bildung für alle und weitere.

Die ersten Versuche zeigen: es gibt eine Menge auszutauschen – und es gibt vielfältige Erfahrungen des Widerstands, gerade auch in kleinere Orten. In Kürze wird es auf der Website von We’ll Come United einen Materialienpool geben, der für Veranstaltung genutzt werden kann. Interessierte an der Swarming-Tour, sowohl wegen eigenen Veranstaltungen, Treffen oder Aktionen als auch für Materialbestellungen können sich melden unter: swarming@welcome-united.org

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Große antirassistische Konferenz vom 10.-13. Mai in Göttingen

„…Die Gesellschaft ist umkämpft und die Situation offen. Die gegenwärtigen und zukünftigen Kämpfe werden überall ausgetragen… Während die AfD nach den Parlamenten nun die Unis, Gewerkschaften und Medien erobern möchte, sind wir mit der Modernisierung des europäischen Grenzregimes konfrontiert, das in Deutschland vom Zwang zur Anpassung und Ausbeutung begleitet wird. Doch nicht nur das ist Teil unserer Realität: Trotz und gegen Neoliberalismus und Rechtsruck ist die Kraft der Migration ungebrochen, der Geist der Solidarität lebendig und das groß- und kleinteilige Engagement von Ungezählten weiter wirksam. Die Zeiten sind natürlich nicht rosig, keine Frage. Es muss etwas passieren und wir sind alle gefragt – auch weil viele politische Akteure sich vor dem alten und neuen Rassismus wegducken. Trotzdem: Das, worauf es jetzt ankommt, hat längst begonnen. Wir wollen damit weitermachen, besser und zusammen mit allen, die sowieso schon dabei sind. …“
Diese Sätze sind der ersten Einladung entnommen, die die Netzwerke Kritnet, Solidarity Cities, Gesprächskreis Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung und We`ll Come United gemeinsam zur Göttinger Konferenz veröffentlicht haben. Ein genaueres Programm wird spätestens Anfang April online sein, jedenfalls soll in zahlreichen Arbeitsgruppen und Versammlungen zusammen diskutiert werden: über laufende Kampagnen und neue Projekte, über Erfahrungen der Selbstorganisation wie über Bündnisse mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, über Alltagspraktiken wie auch über strategische Herausforderungen. Join the process!
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Mitmachen&Fragen

Wenn Ihr mitmachen wollt, Fragen habt oder uns etwas mitteilen wollt, schreibt uns an mail@welcome-united.org

Bis bald und weitermachen!

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Come together! Für eine Große Koalition des Antirassismus (10.-13. Mai in Göttingen)

  • Konferenz ### Come together!  ### 10.-13. Mai in Göttingen
    KritNet + Welcome United + Solidarity Cities + GK Migration:
  • Donnerstag und Freitag verschiedene Netzwerktreffen
  • Freitag Abend gemeinsames Auftaktpodium
  • Samstag Keynotes und Workshops
  • Sonntag Common Assembly

Wichtig: Bitte registriert Euch so schnell wie möglich unter https://16.kritnet.org/getting-there/

Teilt uns mit, wenn Ihr Schlafplätze braucht und bringe eigene Schlafsäcke und Isomatten mit!

Demos, Bücher, Alltagskämpfe, Theater, Filme und Tribunale: Es passiert viel. Alle machen was. Gut so. Die Gesellschaft ist umkämpft und die Situation offen. Die gegenwärtigen und zukünftigen Kämpfe werden überall ausgetragen. Sie sind keine Sache der institutionellen Politik, der Parteien und Parlamente. Wir müssen überall sein und sind bereits an unzähligen Orten. Im Stadtteil, in der Zeitung, in den Lagern, an den Unis, im virtuellen Raum, an der Grenze und auf der Ausländerbehörde. Wir alle spüren diese Politisierung des Lebens und den Umfang dessen, was in den nächsten Jahren auf uns zukommt.

Das ist sicher nicht wenig. Während die AfD nach den Parlamenten nun die Unis, Gewerkschaften und Medien erobern möchte, sind wir mit der Modernisierung des europäischen Grenzregimes konfrontiert, das in Deutschland vom Zwang zur Anpassung und Ausbeutung begleitet wird. Doch nicht nur das ist Teil unserer Realität: Trotz und gegen Neoliberalismus und Rechtsruck ist die Kraft der Migration ungebrochen, der Geist der Solidarität lebendig und das groß- und kleinteilige Engagement von Ungezählten weiter wirksam.

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Es wird ein gutes Jahr

Hamburg hat den Zuschlag erhalten. Es gibt einen Ort und es gibt einen Termin: am 29. September 2018 werden wir – und alle, die in Berlin noch nicht dabei waren – zusammenkommen. Es wird wieder bunt und laut, es wird wieder Theater und Musik gespielt, es werden Geschichten von unten geschrieben und erzählt.

Geschlafen wird in der Zwischenzeit nur, wenn es wirklich nötig ist. Die alltäglichen Kämpfe kennen keine Winterpause und keine Osterferien. Und auch in unserem Netzwerk haben wir vieles vor. Wir wollen in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen und die Isolation der Camps und Lager brechen. Wir wollen neue Freundschaften schließen, alte Kontakte auffrischen und dann in Hamburg noch deutlich mehr werden als im letzten Jahr.

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